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DIN 18008

Neue DIN 18008 bringt mehr Sicherheit

Der großflächige Einsatz von Glas in modernen Wohnbauten und Büros nimmt ständig zu. Zusammen mit dem Wunsch nach viel Tageslicht wächst aber auch das Bewusstsein für Sicherheit am Bau. Die DIN 18008 wird konsequent dahin ausgearbeitet, Glas im Bau zu einem sicheren Werkstoff zu machen. Wir sind die Experten für die korrekte und sinnvolle Anwendung der neuen Norm in Ihrem Bau-Objekt.

Neuerungen DIN 18008 Stand 07/2018

Am 11. und 12. Juli fand im Normenausschuss die Einspruchssitzung zur DIN 18008 statt.



Die Forderung einiger Einsprecher, Kapitel 5.1.4 („Frei und ohne Hilfsmittel zugängliche Vertikalverglasungen sind auf der zugänglichen Seite bis mindestens 0,80 m über Verkehrsfläche mit Glas mit sicherem Bruchverhalten auszuführen“) zu streichen, wurde abgelehnt. Der Text wird aber ergänzt:
„Von dieser Regelung kann abgewichen werden, sofern eine Risikoabschätzung durchgeführt wurde.“

Der BF hat sich vorgenommen, mit anderen Verbänden gemeinsam ein Papier zu verfassen, das diese Risikoabschätzung erläutert. Hier können dann Verglasungen mit geringem Schadensrisiko (z.B. kleinformatige Haustürfüllungen) ausgenommen werden.

BF-Hauptgeschäftsführer Jochen Grönegräs: „Wir begrüßen es, dass wir hierdurch die Möglichkeit haben, das Heft des Handelns zusammen in der Hand zu behalten und eine gemeinsame Position der Verbände zu entwickeln.“

Am 01. und 02. Oktober wird eine weitere Sitzung des Normenausschusses stattfinden.

Erläuterungen Bundesverband Flachglas

In seinem aktuellen Newsletter (25.07.2018) bezieht sich der Bundesverband Flachglas auf eine frühere Information, in der Rechtsanwalt Kleinjohann wie folgt zitiert wurde: „Für ein heute abzunehmendes Werk ist nach § 13 Abs. 1 S. 2 VOB/B relevant, ob die Leistung (heute) den anerkannten Regeln der Technik entspricht. Hierfür ist nicht die Veröffentlichung der DIN 18008 relevant, sondern einzig, ob der in einem Streitfall von einem Gericht zu beauftragende Sachverständige die Auffassung vertritt, dass der Inhalt der Norm eben diesen anerkannten Regeln der Technik entspricht.“


Daraus ergab sich der Rat an BF-Mitglieder und Fachunternehmer, schon heute Kunden darauf hinzuweisen, dass zum Zeitpunkt der Abnahme Sicherheitsglas unter Brüstungshöhe verpflichtend sein könnte, und verbindlich zu klären, welche Ausführung der Auftraggeber wünscht.


Diesen Hinweis gibt es seitdem von vielen Seiten mit Abwandlungen, die vielleicht nicht immer juristisch ganz korrekt sind. So war z. B. zu lesen, schon seit der Veröffentlichung des Normenentwurfes gälte die Anforderung als Stand (nicht: anerkannte Regeln) der Technik.


Wie dem auch sei: Halten Sie sich für die Praxis weiter an die oben genannte Empfehlung, denn: Erfahrungsgemäß sei die Wahrscheinlichkeit hoch, dass immer dann, wenn etwas "schief gegangen" ist, auch der Verstoß gegen die allgemein anerkannten Regeln der Technik bejaht werde, so Kleinjohann.

Neu in der DIN 18008

    Die DIN 18008 ist in den letzten Monaten in entscheidenden Punkten überarbeitet worden, die Auswirkungen auf die bestehende Praxis im Glasbau haben. Alle Informationen dieses Schreibens gelten vorbehaltlich der zweimonatigen Einspruchsphase bis August 2018 die weitere Änderungen mit sich bringen kann. Zum Mai 2018 gelten folgende Änderungen als anerkannte Regel der Technik:


    -         Frei und ohne Hilfsmittel zugängliche Vertikalverglasungen sind auf der zugänglichen Seite bis mindestens 80 cm über Verkehrsfläche mit Glas mit sicherem Bruchverhalten auszuführen. (Teil 1, Punkt 5.1.4, zur Definition von Glas mit sicherem Bruchverhalten siehe Punkt 3.1.3)


    -         Monolithische Einfachgläser oder äußere monolithische Scheiben von MIG aus ESG und ESG-H dürfen aufgrund der Versagenswahrscheinlichkeit durch Nickelsulfid-Einschlüsse (Spontanbrüche) nur eingebaut werden, wenn deren Oberkante unter 4 m über Verkehrsflächen liegt. (Teil 2, Punkt 4.3 – ABER: in Teil 2, Anhang C wird darauf hingewiesen, dass „nach den Güte- und Prüfbestimmungen für heißgelagertes ESG der RAL Gütegemeinschaft Mehrscheiben-Isolierglas e.V. (GMI) gefertigte Gläser über 4m eingebaut werden dürfen“)


    Ebenfalls in Teil 2 der DIN 18008 wurde eine neue Berechnungsmethode für MIG bis zu einer Größe von 2 m² beschrieben (Teil 2., Punkt 6.4). Damit wird der Nachweis der Klimalast bei kleineren Formaten erleichtert.


    Die Änderungen werden voraussichtlich ab Herbst 2018 baurechtlich eingeführt, sind aber mit dem Erscheinen des Entwurfs im Mai 2018 anerkannte Regel der Technik. Weisen Sie Ihre Kunden rechtzeitig auf die veränderte Situation hin und sorgen Sie bei Ihrem Gewerk für Rechtssicherheit indem Sie sich von einem Fachmann für Glas-Statik beraten lassen und rechtzeitig Ihren Mehrbedarf an Sicherheitsglas einplanen.


    Bei weiteren Fragen und wenn Sie Informationsmaterial zur DIN 18008 brauchen, wenden Sie sich gerne an uns! Unsere Fachberater freuen sich auf Ihren Anruf oder eine E-Mail an: beratung@semcoglas.de